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Alles rund um die gesunde Knolle!

Topinambur - Was ist das?

Blühende Helianthus tuberosus Pflanze

Die Topinambur (Helianthus tuberosus) gehört zur Familie der Korbblütengewächse und ist eng mit der Sonnenblume verwandt. Die Pflanze kann eine Größe von bis zu 3 m erreichen, ferner bildet sie essbare Stolonen am Wurzelstock, die auch als Knollen bezeichnet werden und zwischen 4-10 cm groß werden. Die Wurzelknollen haben eine gelb-bräunliche bis violett-rötliche Farbe. Ihr Fruchtfleisch ist weiß. Das äußere Erscheinungsbild ähnelt dem von Kartoffeln oder Süßkartoffeln, gleichzeitig ist sie verzweigt wie Ingwer. Die Pflanze trägt an ihren Stängeln lanzettförmige raue Blätter sowie einen hellgelben sonnenblumenähnlichen Blütenstand mit einem Durchmesser von bis zu 10 cm (siehe Bild). Topinambur ist eine mehrjährig krautige Nutzpflanze, die in Mitteleuropa zwischen August und November blüht. Von Juli bis August werden die Topinamburknollen als Kohlenhydratspeicher ausgebildet, wobei die Sonnenwurzel eine spezielle Zuckerart namens Inulin herstellt, welche viele positive Eigenschaften besitzt.

Der Geschmack von Topinambur ist mild nussig, angenehm süßlich und erinnert an Wasserkastanien, Pastinaken oder Artischocken. Die Knolle wird dazu passend auch als Jerusalem-Artischocke bezeichnet. Weitere gebräuchliche Namen sind:

In Google wird, wegen des ungewöhnlichen Namens, oft nach Tobinambur, Topinabur bzw. Topinampur gesucht. Diese Schreibweisen sind natürlich falsch, beim ersten Kontakt mit der Sonnenwurzel aber häufig. Im Englischen heißt sie übrigens Jerusalem artichoke or sunchoke.

Der Name Topinambur stammt von dem brasilianischen Indianervolk Topinambá. In der Schweiz, Österreich plus Süddeutschland wird die Kartoffel ebenfalls als Erdapfel bzw. Erdbirne bezeichnet, was zu Verwechslungen führen kann. Das Gewächs kommt wie die Tomate, die Kartoffel sowie der Mais ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika und wurde im 17. Jahrhundert von französischen Auswanderern nach Europa gebracht, nachdem das essbare Wurzelgemüse ihr Leben in einer schweren Hungersnot gerettet hatte.

Topinambur wird heutzutage auf der ganzen Welt angebaut. Die Hauptanbaugebiete sind Nordamerika, Asien, Australien und Russland. In Europa wurde die essbare Topinamburknolle leider von der Kartoffel verdrängt. Die Pflanze wird noch zum Teil in den Niederlanden, Südfrankreich, Schweiz sowie Deutschland kultiviert.

Es gibt viele verschiedene Topinambur-Sorten. Einige wurden für bestimmte Verwendungszwecke gezüchtet. Sie unterscheiden sich in Geschmack, Farbe, Verwendung, Reifezeitpunkt, Größe und Form. Die bekanntesten Arten sind nachfolgend aufgelistet:

Sorte Reife Farbe
Topstar sehr früh gelblich
Bianka früh
Gute Gelbe mittelspät
Topianka
Waldspindel rot
Rote Zonenkugel spät
Violet de Rennes violett
Topstar, Bianka, Gute Gelbe und Violet de Rennes sind reine Speiseknollen. Die Rote Zonenkugel sowie die Waldspindel werden hauptsächlich zum Schnaps brennen verwendet.


Das ist in Topinambur enthalten

Topinambur Knollen auf einem Holzbrett schön hergerichtet Topinambur ist sehr fettarm und deswegen ideal für eine gesunde Ernährung oder zum Abnehmen. Der Fettgehalt ist so gering, dass er bei den Nährwertangaben mit 0g pro 100g angegeben wird. Die Jerusalem-Artischocke ist allgemein sehr kalorienarm (79 Kalorien pro 100g) und reich an Ballaststoffen, welche essentiell für eine gute Verdauung sind. Schon 250g des Wintergemüses reichen aus, um den täglichen Ballaststoffbedarf zu decken. Die Ballaststoffe halten lange satt und sorgen für eine geregelte Abgabe von Glucose (Zucker) ins Blut.

Topinambur liefert bis zu 100mg mehr Kalium als Bananen und 3-4 Knollen decken bereits den gesamten Eisenbedarf eines erwachsenen Menschen. Ansonsten sind noch Magnesium, Phosphor, Calcium, Zink, Selen und Vitamin B1 enthalten.

Der "Erdapfel" überzeugt mit seinem außergewöhnlich hohen Inulin-Anteil (ca. 16%).Das Polyfruktan ist ein unverdauliches Kohlenhydrat (Polysaccharid-Zucker) und vor allem für Diabetiker interessant. Inulin wird im Dünndarm nicht resorbiert (aufgenommen) und kann somit den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen. Der Zucker gelangt unverdaut in den Dickdarm, wo er von bestimmten Bakterien verwertet wird. Er regt damit das Wachstum dieser Bakterien an, was unsere Darmflora positiv beeinflusst und gesund hält.

Topinambur enthält Polyphenole, die für ihre antioxidative, entzündungshemmende sowie krebsvorbeugende Wirkung bekannt sind. Sie schützen unsere Zellen vor freien Radikalen und haben bei zahlreichen Krankheiten, wie z.B. Alzheimer oder Arteriosklerose, eine heilende Wirkung. Die Stolonen sind reich an Salicylsäure, Gentisinsäure wie auch Chlorogensäure. In den Stängeln ist außerdem Dicaffeoyl-Chinasäure (DCQA), welche nachweislich die HIV-Viruslast bei AIDS Patienten senken kann.


Topinambur und seine Verwendung

Topinambur ist sehr vielseitig einsetzbar. Er kommt dabei nicht nur in der Küche zur Anwendung.


Topinambur als Tierfutter

Wie der Name Rosskartoffel schon andeutet, wurde Topinambur als Pferdefutter verwendet. Die birnenförmigen Wurzelknollen sowie die Stängel und das Kraut sind hervorragend als Tierfutter geeignet. Wie bei uns Menschen wirkt das Inulin auch bei Tieren prebiotisch. Es hält die Darmflora gesund, ferner stärkt es effektiv das Immunsystem. Das Futter versorgt die Tiere mit wichtigen Ballaststoffen und Vitalstoffen. Insbesondere das frische Kraut ist eine richtige Vitamin-, Mineralstoff-Bombe. Die Wurzelknollen liefern dem Tier hochwertiges Kalium und Eisen. Topinambur ist für Pferde, Esel, Schweine, Schafe, Ziegen, Kaninchen, Hasen sowie Hunde besonders geeignet. Die Knollen sollten nur als gesunde Beigabe zum normalen Futter verwendet werden, da der hohe Inulingehalt auch Blähungen verursachen kann.

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Topinambur zur Dickdarmkrebs-Prävention

Dickdarmkrebs ist einer der am häufigsten auftretenden Karzinome und wird primär durch eine Fehlernährung ausgelöst. Die in Topinambur enthaltenen Ballaststoffe wie auch das Inulin sorgen für eine intakte Darmflora und eine gute Verdauung. Im Dickdarm wird das Wachstum von bestimmten Bakterienkulturen (hauptsächlich Lacto- und Bifidus Bakterien) angeregt sowie Obstipation (Verstopfung) vermieden. Verstopfungen können den Dickdarm chronisch schädigen, was im schlimmsten Fall zu einer Divertikulose führt, welche nachweislich Dickdarmkrebs verursacht. Mit der Nahrung zugeführte krebserregende Stoffe werden zum Teil von den Ballaststoffen aufgenommen und mit dem Kot ausgeschieden. Zusätzlich wirkt die in der Erdbirne enthaltene Chlorogensäure prophylaktisch antikarzinogen.


Topinambur bei Diabetes mellitus

Topinambur wird auch als Diabetikerkartoffel bezeichnet. Die Knollen bringen mehrere Vorteile für Diabetiker mit sich. Das Inulin kann von uns Menschen nicht verwertet werden, ferner beeinflusst es nicht den Blutzuckerspiegel. Die Ballaststoffe sorgen für eine geregelte Abgabe von Glucose ins Blut und verhindern ein zu schnelles Ansteigen des Blutzuckers. Bei Diabetes sollten Einfachzucker gemieden werden. In der Jerusalem-Artischocke sind die Kohlenhydrate zu Mehrfachzuckern verbunden, was den Glucosespiegel nur langsam steigen lässt. Der Glykämische Index ist niedrig. Er liegt etwa bei 2.


Topinambur bei Glutenunverträglichkeit

Topinambur enthält von Natur aus kein Gluten und ist damit eine gute Alternative zu anderen kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wie z.B. Weizen, Roggen oder Hafer. Bei Zöliakie kommt es zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut, was die Nährstoffaufnahme stark beeinträchtig, Atemwegsinfekte, Depressionen und Konzentrationsprobleme verursacht. Die verminderte Aufnahme von Nährstoffen führt häufig zu einem Calciummangel. Jedoch verbessert die prebiotische Wirkung des Erdapfels die Aufnahme von Calcium (Ca) im Darm um bis zu 20%. Dies beugt, bei Glutenunverträglichkeit, einen möglichen Mangel vor. Darüber hinaus verbessert sich die Resorption anderer Mineralstoffe wie z.B. Eisen (Fe) oder Magnesium (Mg). Mit Topinambur lässt sich ein ausgezeichnetes, glutenfreies Brot backen (siehe Rezepte).


Topinambur senkt den Cholesterinspiegel

Laut neuesten Studien vergrößert ein hoher Cholesterinwert die Wahrscheinlichkeit an einer Zivilisationskrankheit zu erkranken signifikant (der Zufall ist zu 99,9% ausgeschlossen). Von Herzinfarkt, über Arteriosklerose plus Diabetes, bis hin zu Krebs, ein angehobener Cholesterinspiegel ist ein Risikofaktor für die Gesundheit. Wenn die Werte erhöht sind, sollte man seine Ernährungsgewohnheiten radikal ändern. Cholesterin ist nur in tierischen Lebensmitteln, in Pflanzichen nicht. Viele Untersuchungen von renommierten Herzchirurgen in den USA, wie z.B Dr. Caldwell Esselstyn, haben gezeigt, dass eine vegane Ernährung das Blutcholesterin am effektivsten senkt. Pflanzliche Lebensmittel enthalten häufig Substanzen die eine Verbesserung des Cholesterinwertes bewirken, so auch Topinambur. Die in den Knollen vorkommenden Polyphenole und Ballaststoffe leisten einen großen Beitrag bei der Senkung des Cholesterinspiegels.


Topinambur zum Abnehmen

Topinambur ist sehr kalorienarm und enthält viele sättigende Ballaststoffe. Wer abnehmen möchte, muss seine Kalorienzufuhr senken. Das beutet nicht unbedingt, dass man auch weniger essen darf. Wer ein paar Kalorienbomben gegen gesunde und kalorienarme Lebensmittel austauscht, kann meistens sogar noch mehr essen als davor. Das Wurzelgemüse ist ideal zum Abnehmen geeignet, da es eine lange Zeit satt hält und gleichzeitig nur wenig Energie und kaum Fett liefert. Die löslichen Ballaststoffe quellen im Magen auf, dabei lösen sie ein starkes Sättigungsgefühl aus. Außerdem werden Heißhungerattacken zuverlässig vermieden. Topinambur wird in der Medizin zur Gewichtsreduktion eingesetzt.


Topinambur zur Stärkung des Immunsystems

Die Gesundheit unseres Darms ist untrennbar mit dem Immunsystem verbunden. Bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem ist oft die Darmflora aus dem Gleichgewicht. Die Jerusalem Artischocken bringen den Darm wieder in Takt und schützen uns vor Krankheitserregern.


Mit Topinambur Fieber senken und schmerzen lindern

Die in Topinambur enthaltene Salicylsäure wirkt auf natürliche weise Fieber senkend, entzündungshemmend und antimikrobiell. Bei einer fiebrigen Krippe oder einer starken Erkältung kann ein frischer, aus den Stolonen zubereiteter, Topi-Saft Wunder bewirken. Die Gentisinsäure ist stark bakteriostatisch (hemmt das Wachstum von Bakterien) und antioxidativ. Sie wird deswegen als natürliches Aspirin bezeichnet.


Mit Topinambur den Säure-Base Haushalt ins Gleichgewicht bringen

Das Inulin harmonisiert das Verhältnis der Darmbakterien. Es wird im Dickdarm, von Bifidobakterien beziehungsweise Laktobazillen, abgebaut. Diese bilden organische Säuren, welche für einen optimalen pH-Wert im Darm sorgen. Unsere Nahrung ist oft sehr säurehaltig. Fleisch, Eier und Milchprodukte stören unseren Säure-Base Haushalt, was viele Krankheiten und Infektionen auslösen kann. Schon 50g Topinambur am Tag reichen aus, um den ph-Wert im Darm zu normalisieren.

Erfahre mehr über Nährwerte, Kalorien und Inhaltsstoffe.


Mit Topinambur leckere Rezepte zubereiten

Topinambur ist sehr vielseitig in der Küche einsetzbar. Man kann die Wurzelknollen braten, kochen, dünsten, backen oder einfach roh essen. Von Suppen, über Püree, Salate, Müsli, Brot, Auflauf, bis hin zu Smoothie`s, der Erdapfel ist ein Alleskönner.

Die Knollen schmecken sehr lecker und überzeugen auch anspruchsvolle Gaumen. Topinambur ist etwas besonderes, da er in unseren Breitengraden selten gegessen wird. Ähnlich wie Kartoffeln oder Artischocken können sie mit vielen verschiedenen Lebensmitteln, zu feinen Rezepten, kombiniert werden. Mit Muskat gewürzt schmeckt das Wurzelgemüse besonders fantastisch.


Topinambur zubereiten

Die Sonnenwurzel wird vor dem Gebrauch mit einer Bürste, unter laufendem Wasser, gesäubert. Erdrückstände werden dadurch zuverlässig entfernt. Braune Stellen können mit einem Küchenmesser herausgeschnitten werden. Die Schale der Wurzelknollen ist sehr dünn und wird deswegen, für gewöhnlich, nicht entfernt. Im Gegensatz zur Kartoffelschale ist sie keineswegs störend. Falls die Schale trotzdem beseitigt werden soll, so ist es am einfachsten die Knollen nach dem Kochen oder Garen zu schälen.

Rohen Topinambur vorbereiten: Die Knollen werden vor der Weiterverarbeitung gereinigt, geschnitten und ca. 1 Stunde in Zitronensaft mariniert.

Lese hierzu auch den Artikel Topinambur - Zubereitung, kochen und schälen


Topinambur Rezepte

Frühstücksmüsli-Rezept: Für den guten Start in den Tag brauchst du 1-2 Portionen Topinambur, 40g in Wasser aufgequollene Haferflocken, 1 Apfel, 1 TL Mandeln, 50g Sojajoghurt. Die Topis, die Mandeln und der Apfel werden gehackt. Anschließend wird das Sojajoghurt mit den Haferflocken vermischt.

Rohkost-Salat: Für den gesunden Rohkostsalat brauchst du 2 Topinamburknollen, 1/2 geschälten Sellerie, 1/2 Orange und Apfel, 1-2 Spritzer Zitronensaft, plus ein paar gehackte Walnüsse. Der Topinambur wird gründlich gewaschen, sowie mit dem Apfel und dem Sellerie fein geraspelt. Die Orange wird in kleine Stücke geschnitten und mit den Raspeln in eine geeignete Schüssel gegeben. Zum Schluss wir alles mit Zitronensaft sowie den gehackten Nüssen verfeinert.

Topinambursuppe: 500g Topinambur, 1 Karotte, 2 Selleriezweige, 1/2 Porree, 1 kleine Zwiebel grob hacken. In etwas Margarine kurz anbraten. Darauf folgend mit 1 L Gemüsebrühe ablöschen. 15-20min garen. Mit Muskat, Salz würzen. Die Zutaten in einem geeigneten Küchengerät (z.B. Mixer) pürieren. Die Suppe in tiefe Teller gießen und etwas Petersilie darüber geben, fertig.

Viele weitere leckere Rezepte findest du hier - Topinambur Rezepte